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Stand: 14.04.2010
Katholische Gemeinde "St. Petrus" Dresden-Strehlen
Willkommen! Grüß Gott! Hallo!
 Katholisches Pfarramt St. Petrus | Dohnaer Straße 53 | 01219 Dresden 
 tel: (0351) 27039-0 | fax: (0351) 27039-33 | email: st.petrus@web.de 
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Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,


Foto: Friedbert Simon Copyright © Pfarrbriefservice
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,
…Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!

So beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach und wir hören wie Oboen und Violinen zusammen tanzen. Da locken schallende Trompeten die Pauken und kraftvoll stimmt der Chor an.

Bis dahin gibt es viel mehr eilige als heilige Zeiten. Wäre doch schon alles bereitet, Geschenke besorgt und verpackt, Krippenspiel sicher einstudiert und die Essensplanung durchkomponiert und alle Sorgen beiseite geschoben oder besser noch gelöst.

Jauchzen sollen wir, frohlocken, uns auf machen und die heiligen Tage preisen. Traditionell und volkstümlich ist es doch eher eine stille Nacht, die Heilige Nacht. Stellen Sie sich vor, jemand würde da im Gottesdienst juchzen! Vielleicht etwas frohlocken, aber sonst soll es doch bitte gesittet zugehen. Zu Hause sind alle bemüht die Stimmung zu halten, in festlich geschmücktem Ambiente.

Wir sollen nicht zagen und jegliche Klage soll verbannt sein. Geht denn das? Es ist doch weltfremder Quatsch aus alten Zeiten und fern unserer Realität.

Es gibt die Kranken in unserem Familienkreis. Da sind die Sorgen wegen des Arbeitsplatzes, um die Kinder oder unsere Eltern. Die vielen Anforderungen unserer Zeit treiben uns um. Wir fühlen uns allein gelassen mit unseren finsteren Gedanken. Genau da hinein klingen die Worte des Rezitativs.
Nun wird der Stern aus Jakob scheinen, sein Schein bricht schon hervor.
Auf, Zion, und verlasse nun das Weinen, dein Wohl steigt hoch empor.
Weihnachten ist doch jedes Jahr wieder eine Herausforderung. Alle Jahre wieder stolpern wir über Form und Ansprüche dieser Tage. Was brauchen wir nun wirklich, dass wir jauchzen aus ehrlichem Herzen und voll Sehnsucht frohlocken?

Ich glaube, dass wir dazu nicht nur einen guten Rahmen brauchen, sondern ein hoffnungsvolles inneres Bild. Das Volk Israel war immer wieder voll Hoffnung auf Rettung und Befreiung von aller Unterdrückung und Unheil. Die Menschen waren fest im Glauben, Gott wird kommen und sich ihnen liebevoll zuwenden. Sie sehnten sich nach der Erfüllung ihrer Hoffnungen.
Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn´ ich dir?
Nehmen wir uns Zeit zum Inne-halten. Sinnen wir diesen Choralworten nach. Immer wieder sind wir herausgerufen, Gottes Menschwerdung zu begegnen und sie auch selbst zu vollziehen.

Ob es dann viele waren, im babylonischen Exil im 6. Jht. vor Chr. und später dann zur Zeit der römischen Besatzung, die wirklich glaubten, dass die Zeit erfüllt ist, wissen wir nicht. Ich lese im Neuen Testament von Maria und Josef, und dann von drei Menschen, deren Herzen offen sind, die wachsam Ausschau halten und die dann ihrer Sehnsucht folgen. Das sind nicht die Massen. Das heißt, auch damals sind nicht alle dem aufleuchtenden Stern wirklich gefolgt oder haben die Botschaft der Engel gehört und geglaubt. Aber die, die sich auf den Weg gemacht haben, bei denen ist Gott angekommen und hat sie mit einer Liebe erfüllt, die ihr Leben verändert hat. Die Sterndeuter, die dem Stern trotz Umwege bis zum Stall nachgegangen sind, gingen neue, von Gott gewiesene Wege. Die Hirten blieben zwar äußerlich arm, aber sie waren in dem Moment voll Freude ergriffen und reich beschenkt mit einem großen Vertrauen in die Zukunft: Fürchtet euch nicht!

Weihnachten ist ein Fest des Neuanfangs. Gott hat damals in Jesus, dem Kind von Bethlehem neu mit uns angefangen - ganz klein, in einem Menschenkind. Und manche haben sich anstecken lassen. Ich glaube, das will Gott noch heute. Jedes Jahr, wenn wir Weihnachten feiern haben wir die Chance neue Wege der Menschwerdung zu gehen. Jedes Jahr will uns Gott in unserer Sehnsucht erreichen.

Weihnachten ist ein Fest im Dunkeln, ein Fest der kleinen Anfänge und ein Fest des Scheines von innen heraus.

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Nur wer liebt, lässt sich zu Neuem begeistern. Wer liebt, verspürt eine Sehnsucht nach Heil. Wer liebt, trägt Hoffnung in sich. Wer liebt, glaubt, dass Gott uns Menschen nah ist. Denn so steht es schon im 1. Testament: Den glimmenden Docht wird Gott nicht löschen, das geknickte Rohr nicht brechen.

Jauchzen und frohlocken hat viele Gesichter, laut oder leise, tänzerisch oder getragen. Eines aber haben sie alle gemeinsam, das Strahlen von innen und liebevolle Herzen.

Ich wünsche uns, dass wir mit den Königen, wie Könige singen:
Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu du mein Leben;
Ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.
Nimm hin! Es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin,
und lass dir`s wohl gefallen!
Wenn wir das schaffen ist Weihnachten da. Ein neuer Herzensglanz kann Realitäten verändern und verwandeln – auch im Alltag. Gott eine Chance geben, in meinem Herzen, in unseren Familien, in unserer Gemeinde, in unserer Stadt und auf der ganzen Welt anzukommen.
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage
Rühmet, was heute der Höchste getan!
Erinnern wir uns noch, wann wir das letzte Mal herzlich gejauchzt und frohlockt haben?

Die Mädchen und Jungen unserer Gemeinde, die jedes Jahr in unsere Häuser kommen und uns an das Weihnachtsgeschehen erinnern, sind die Sternsinger von St. Petrus.




Sie bringen den Segen, der von Weihnachten ausgeht, zu den Menschen, die sie einladen. Sie sammeln dafür, dass Kinder, die in Not sind, neue Wege gehen können.

Jungs und Mädels, ihr seid eingeladen mitzumachen!
Folgt dem Stern und seid wieder Könige
mit Weihrauch, Liedern und Kreide!
Liebe Gemeinde, empfangt ihren Besuch und spendet für die Kinder der Welt!


Astrid Herrmann

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